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Bericht zur Veranstaltung «Merenschwander Energie»

Daniel Käppeli 25.05.2017

In Merenschwand hat die Umsetzung der Energiestrategie 2050 schon längst begonnen. Grosse Photovoltaikanlagen aber auch Wärmeverbundanlagen zeigen, wie man hiesige, erneuerbare Energie nutzen kann.


Das Foyer der Dreifachturnhalle in Merenschwand war bis auf den letzten Platz besetzt, als Karl Suter (Geschäftsführer der Elektra Merenschwand) die Photovoltaikanlage der Dreifachturnhalle vorstellte. Im Anschluss erklärte Dr. Peter Birrer (Geschäftsführer der Kistenfabrik, Merenschwand) die Nutzung des einheimischen Holzes und zeigte dessen zukünftiges Potential auf.


Die Photovoltaikanlage der Dreifachturnhalle funktioniere einwandfrei und produziere Energie für mindestens 36 Haushalte. Generell waren die Kosten tiefer als budgetiert und der Ertrag eher höher als geplant. Karl Suter erwähnte aber auch, dass Merenschwand mehrere Photovoltaikanlagen besitzt. Das Übertragungsnetz der Elektra kann mit den Schwankungen der Photovoltaikanlagen gut umgehen. Karl Suter sieht deshalb keine unlösbaren Probleme, sollten in Zukunft noch weitere Photovoltaikanlagen hinzukommen.


Auch Dr. Peter Birrer sieht keine Probleme, wenn man die Nutzung der Holzenergie steigern möchte. Alleine im Forstrevier Merenschwand – Lindenberg liesse sich die heutige Holzenergienutzung verdoppeln, ohne dass der Wald darunter leidet und das obwohl im Bezirk Muri nur 15% der Fläche bewaldet sind (im Aargau und in der Schweiz ist der Durchschnitt doppelt so hoch). Holzenergie hat ausserdem einen sehr hohen Wirkungsgrad, wenn man sie für die Wärmegewinnung einsetzt. In Merenschwand sind neben dem grossen Wärmeverbund der Kistenfabrik auch noch zahlreiche andere Haushalte mit Holzheizungen ausgestattet, Merenschwand ist also auch hier schon stark auf erneuerbare Energien ausgerichtet.

 


CVP Grossrat Ralf Bucher stellte schliesslich noch das aktuelle Thema der Abstimmungsvorlage die «Energiestrategie 2050» vor. Im Schweizer Durchschnitt stammt leider 77% der Energie aus dem Ausland. 60% davon entfallen auf fossile Energieträger. Diese Zahlen sind beängstigend, für ein Land das unabhängig sein möchte. Die 10 Milliarden Franken, die dafür ins Ausland fliessen, würden der Schweizer Wirtschaft mit Sicherheit auch gut tun.


Die zahlreichen Teilnehmer des Anlasses waren mit den Referenten einig, dass die Versorgungssicherheit wichtig sei und man unbedingt jetzt etwas machen muss, damit man in ein paar Jahren nicht in einen Energieengpass gerät. Auf den Komfort von einem wohlig warmen Haus, warmen Wasser etc. wird man auch nicht verzichten müssen, wenn man auf einheimisches Holz, Biomasse, Photovoltaik, Solar- oder Windenergie setzt. Vielleicht gibt es Details am Energiegesetz, die man hätte besser formulieren können, aber vom Energiegesetz als Ganzes und der Stossrichtung waren alle Anwesenden überzeugt.