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CVP Matinée mit Bundesrätin Doris Leuthard - «Bis 2040 ist die Schweizer Verkehrsinfrastruktur gebaut!»

Käppeli Daniel 14.04.2016

Am vergangenen Samstag lud die CVP Merenschwand zur ersten Polit-Matinée im Restaurant Schwanen. Unter dem Thema «Lebensraum Merenschwand» referierten die Bundesrätin Doris Leuthard und Gemeindeammann Hannes Küng zu den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in der Raumplanung. Im Ihrem Referat erläuterte die UVEK-Vorsteherin, welchen Herausforderungen wir uns bis 2040 bezüglich Siedlungs- und Verkehrspolitik stellen müssen und wie der Bund plant diese auf nationaler Ebene zu bewältigen. Anschliessend erläuterte Hannes Küng an konkreten Beispielen, wie diese auf lokaler und regionaler Ebene umgesetzt werden.

Zum ersten Mal fand am vergangenen Samstag im Restaurant Schwanen die CVP Polit-Matinée statt. Das Format wurde von der neuen Leitung der Ortspartei ins Leben gerufen, um den politischen Dialog mit der Parteibasis und der Dorfbevölkerung zu fördern. Im Rahmen der Matinée werden auch zukünftig aktuelle und regionale Themen aufgegriffen, erläutert und diskutiert.

Der Auftakt in dieser Reihe machte die Matinée unter dem Thema «Lebensraum Merenschwand», in welcher raumplanerische Aspekte aufgegriffen wurden, welche Merenschwand und die Region Freiamt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten prägen werden.

Zu Beginn der Matinée erläuterte Bundesrätin Doris Leuthard aus Ihrer Sicht als UVEK-Vorsteherin, mit welchen Strategien der Bund die wachsende Bevölkerung und deren Mobilitätsbedürfnisse steuern will. In den 60er und 70er Jahren wurden grosszügige Bauzonen ausgewiesen, auf welchen vorwiegend Einfamilienhäusern erstellt wurden. Mit der nächsten Revision vom Raumplanungsgesetz sollen zukünftig zusätzliche Wohneinheiten in bereits bebauten Gebieten geschaffen werden. Das kann mit der Aufhebung und Lockerung der Vorschriften bezüglich Ausnützungsziffern und Gebäudehöhen erreicht werden, so dass beispielsweise ein Dachstock als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden kann.

Beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur plant das UVEK bereits 15 bis 25 Jahre im Voraus. Das Verkehrsvolumen wird in diesem Zeitraum um 25-35% wachsen, was zu zusätzlichem Ausbaubedarf bei der Verkehrsinfrastruktur führt. Bei der Raumplanung und Planung der Infrastruktur werden vermehrt funktionale Räume betrachtet, welche sich an den Verkehrsströmen orientieren. Die heutigen Herausforderungen können nicht mehr nur auf kommunaler Ebene betrachtet werden. Häufig müssen diese sogar über Kantonsgrenzen hinweg gelöst werden.

 

Bundesrätin Doris Leuthard bei ihrem Referat «Lebensraum Merenschwand»

 

«Bis 2040 ist die Schweizer Verkehrsinfrastruktur gebaut!» resümiert Bundesrätin Doris Leuthard. Anschliessend werde man nur noch schwer die notwendige Fläche finden um die Infrastruktur weiter auszubauen. Deshalb müsse die bestehende Infrastruktur besser genutzt werden. Erreicht werden kann dies beispielsweise durch den Einsatz von Doppelstockzügen und dem Management von freien Plätzen in Zügen. Beim Individualverkehr sieht die Magistratin die Zukunft bei selbstfahrenden intelligenten Autos, diese können in kürzeren Abständen fahren und so gesteuert werden, dass Staus gar nicht erst entstehen.

Im Anschluss hat der Merenschwander Gemeindeammann Hannes Küng darüber informiert, dass die Gemeinde derzeit die Nutzungspläne revidiert. Er rechnet damit, dass das Planwerk bereits diesem Sommer der Bevölkerung präsentiert werden kann. Die besonderen Herausforderungen liegen dabei in den Bereichen Verkehr, Landschaft und Landschaftsschutz sowie bei der Ausgestaltung der vergrösserten Gewässerräume. Er hat unterstrichen, dass die Gemeinde diese Überarbeitung bereits regional abstimmt und die Zusammenarbeit mit der Repla Oberes Freiamt ausgezeichnet funktioniert.

Merenschwand wird auch in der Zukunft wachsen, davon ist Küng überzeugt. Er sieht in Umnutzungen und dem Ausschöpfen von Baulandreserven ein Potential von 500-600 zusätzlichen Wohneinheiten in der Gemeinde. Heute werden bei der Bebauung von Reserven Gesamtkonzepte für Arealbebauungen verlangt, so dass diese Flächen bereits verdichtet bebaut werden.

Merenschwand - als einer von vier Industriestandorten in der Region - wird zukünftig hautnah miterleben, dass auch die Industrie- und Gewerbezonen verdichtet bebaut werden, da sind sich die beiden Referenten einig.

Anschliessend informierte Präsident Viktor Andermatt und der Parteivorstand über die geplanten Aktivitäten der CVP Merenschwand und motivierte die Anwesenden zur aktiven Mitarbeit am politischen Geschehen in Merenschwand. Die CVP Merenschwand hat einen jungen und engagierten Vorstand wie sich ihn andere Ortsparteien nur wünschen können. Alle Anwesenden waren überzeugt, dass man zusammen noch viel erreichen kann. So wurde auch nach dem offiziellen Teil noch rege weiter diskutiert und die Möglichkeit genutzt sich informell und im familiären Rahmen mit Doris Leuthard, Hannes Küng und Rainer Heggli auszutauschen.

 

CVP Gemeindevertreter und der Merenschwander Parteivorstand beim Gruppenbild mit Bundesrätin Doris Leuthard. V.l.n.r: Thomas Käppeli, Reto Brun, Hannes Küng, Pia Käppeli, Bundesrätin Doris Leuthard, Rainer Heggli, Viktor Andermatt, Daniel Käppeli